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Neue Verordnung: Elektro-Autos müssen lauter werden

Seit 1. Juli 2019 gilt eine neue EU-Verordnung, welche lautlose E-Autos langsam ausbremst. Neue Hybrid- und Elektro-Fahrzeuge sollen mit einem Schallgeräusch ausgestattet werden. Unfälle mit Fußgängern und Fahrradfahren sollen so seltener werden.

In neue Hybridelektro- und Elektrofahrzeugen muss ein akustisches Warnsignal eingebaut werden

Herkömmliche Autos sind nicht gerade leise unterwegs. Wer an einer viel befahrenen Straße steht, dem kommt ein ganz schöner Lärm entgegen. Viele meiden auch Wohnungen, die sich an großen Straßen befinden, da man bei offenen Fenstern nie seine Ruhe haben kann. Eigentlich positiv: die immer beliebteren Elektro-Autos sind fast geräuschlos. Hier gibt es kein Brummen und kein Rauschen. Würde die Mehrheit unserer Autos mit Strom fahren, wären die Straßen in den Innenstädten deutlich ruhiger. Doch damit ist jetzt Schluss, denn jetzt müssen Elektro-Autos lauter werden.

Denn seit 1. Juli 2019 gilt die EU-Verordnung 540/2014, welche lautlose E-Autos langsam ausbremst. In neuen Hybridelektro- und Elektrofahrzeugen muss ein akustisches Warnsignal „AVAS“ (Acoustic Vehicle Alerting System) eingebaut werden, dass das Motorgeräusch eines Benzin- oder Dieselautos imitiert. Unter den verschiedenen Modellen werden sich die AVAS-Geräusche voneinander unterscheiden, so wie zurzeit auch PKWs unterschiedlicher Hersteller anders klingen. Das AVAS muss zwischen dem Anfahren und einer Geschwindigkeit von 20 km/h und auch beim Rückwärtsfahren ein Dauer-Schallzeichen erzeugen. Bei höheren Geschwindigkeiten übertönen die Abrollgeräusche der Reifen das eigentliche Motorgeräusch, daher ist der generierte Schall unnötig. Wichtig ist, dass das AVAS beim Neustart des Fahrzeugs automatisch aktiviert ist.

Grund für diese Verordnung ist die Verkehrssicherheit, denn es kann zu Unfällen kommen, wenn ein anfahrendes Auto überhört wird. So möchte man Fußgänger, Radfahrer und sehbehinderte Menschen, die auf Geräusche im Straßenverkehr angewiesen sind, helfen, um die Gefahr durch ein kommendes Auto schneller zu erkennen. Denn eine Studie aus den USA hat gezeigt, dass bei Hybridmodellen, die bei langsamer Fahrt elektrisch angetrieben werden, ein zweifach höheres Risiko für Fußgänger Unfälle besteht als bei herkömmlichen Autos.

Der Traum von der stillen Innenstadt der Zukunft liegt also erst einmal auf Eis.

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