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Hanfdämmung: Die nachhaltige Alternative für das Haus


Hanfdämmung: Die nachhaltige Alternative für das Haus

Mit der richtigen Hausdämmung lässt sich einiges an Nebenkosten sparen. Wenn Sie natürliche Rohstoffe bevorzugen, sollten Sie über eine Hanfdämmung nachdenken. Denn Hanf dämmt nicht nur effizient, sondern ist zugleich gesundheitlich unbedenklich und klimaschonend. Hier erfahren Sie die wichtigsten Informationen zur Hanfdämmung.

Hanfdämmung: Der pflegeleichte Rohstoff

Hanf ist beim Anbau sehr pflegeleicht. Die Pflanze trotzt Unkräutern und wächst unter den richtigen Bedingungen extrem schnell. In nur vier Monaten kann Hanf bis zu vier Meter hoch wachsen und in einem Jahr zweimal geerntet werden. Dass die Hanfdämmung noch nicht zu den beliebtesten Wärmedämmstoffen gehört, hängt mit dem ehemaligen Anbauverbot zusammen. Bis 1996 wurde der Anbau der Pflanze in vielen Ländern aufgrund ihrer berauschenden Wirkung verboten. Erst seit den 90er-Jahren darf man in Deutschland THC-arme Sorten anbauen und die Pflanze mit dem hohen Anteil nützlicher Fasten gewinnt seitdem stetig an Popularität.

Herstellung des Dämmmaterials

Je nach Art der Dämmung wird das Rohmaterial unterschiedlich verarbeitet.

  • Dämmplatten und Dämmmatten
    Zur Herstellung der Hanfdämmmatten werden die Stängel der Pflanze verarbeitet. Die benötigten Hanffasern liegen in der äußeren Rindenschicht und müssen vor dem Faseraufschluss durch den Vorgang des „Rösten“ gelöst werden. Als Dämmmaterial werden überwiegend Kurzfasern eingesetzt, welche geringe Teile von Schäben (verholzte Teile der Hanfstängel) enthalten. Durch das mechanische Verfilzen werden aus den Kurzfasern Stopfdämmungen und Dämmmatten hergestellt. Um das Material brandsicher zu machen, wird Borsalz oder Soda hinzugefügt. In seltenen Fällen werden dem Hanf natürliche Bindemittel wie Mais- oder Kartoffelstärke beigemischt.
  • Stopf- und Einblasdämmung
    Mit Ausnahme der brandschutzfördernden Zusätze nimmt man für Stopf- und Schüttmaterial zusatzfreie Hanfreste und Schäben.

Eigenschaften der Hanfdämmung

Hanf ist eine gute Investition, denn die Pflanze besitzt von Natur aus mehrere Eigenschaften, welche die Hanfdämmung bis zu zehnmal so lange halten lässt wie eine Dämmung mit Mineralwolle.

Leichte Verarbeitung:
Mit Wellenschliff-Messern lassen sich die Hanfmatten sehr einfach auf die gewünschten Maße zuschneiden.

Wärme- und Kälteschutz:
Hanf gehört zu den nachwachsenden Rohstoffen und ist ein klassischer Werkstoff. Bei der Wärmedämmung verdanken die gepressten Fasern ihre dämmende Eigenschaft den vielen Lufteinschlüssen in den Faserzwischenräumen. Zusätzlich speichert Hanf aktiv Wärme, bei idealen Bedingungen bis zu 2500 Joule. Das verzögert im Winter nicht nur die Auskühlung des Hauses, sondern im Sommer auch die Aufheizung.

Raumklima:
Durch die offenporige Zellstruktur ist die Wärmedämmung in der Lage Wasser aufzunehmen und es bei adäquater Belüftung wieder abzugeben.

Schimmel:
Dank eingelagerten Kieselsäure hat Hanf einen natürlichen Fäulnis- und Verrottungsschutz. Somit wird die Hanfdämmung, wenn sie unter professionellen Bedingungen eingebaut wird, nicht schimmeln.

Schädlinge:
Aufgrund seines bitteren Geschmacks und fehlender Proteine ist Hanf für Insekten und Nagetiere uninteressant, auf einen chemischen Schutz kann man verzichten. Eine mechanische Sperre, um eine Einnistung zu vermeiden ist ausreichend.

Wo lässt sich Hanf als Dämmmaterial einsetzen?

Hanffasern können je nach Einsatzbereich entweder lose oder zu Dämmmatten und -platten gepresst als Dämmstoff wie folgt eingesetzt werden.

  • Füllen von Rissen und Hohlräumen bei Türen, Fensterrahmen oder Zargen
  • Dachdämmung: als Zwischensparrendämmung und Untersparrendämmung
  • Dämmung hinterlüfteter Fassaden:
  • Klemmfilz für die Außen- und Innendämmung
  • Fußboden- und Geschossdämmung

Vor- und Nachteile der Hanfdämmung

Die Hausdämmung mit Hanf hat zahlreiche Vorteile, aber auch einige Nachteile, die man im Vorfeld abwägen sollte:

Vorteile Nachteile
Sehr gute Wärmedämmung Staubig bei der Verarbeitung
Gute Hitze- und Schallschutzeigenschaften Eingeschränkter Brandschutz

Hanf gilt als normal entflammbar und wird der Baustoffklasse B2 (europäische Klassifizierung E) zugeschrieben.

Staubarm Belüftungsabhängig

Hanf muss fachgerecht verbaut werden, denn die Belüftung ist entscheidend

Energiesparend Für Wärmedämmverbundsysteme ungeeignet
Umweltschonend/ Nachwachsender Rohstoff
Hautverträglich / ohne Herbizide
Schädlingsfrei
Reguliert Luftfeuchtigkeit / Schimmelfest
Eignet sich für Altbauten

Kosten für die Dämmung aus Hanf

  • Mit 10 bis 35 Euro pro Quadratmeter liegen die Kosten für die Hanfdämmung im Mittelfeld. Für den Quadratmeterpreis der Dämmung ist die Art und Dicke der Stoffe entscheidend.
  • Den losen Hanf zum Stopfen und Einblasen gibt es bereits zwischen zwei und fünf Euro pro Kilo.
  • Zusätzlich ist die Hausdämmung mit Hanf förderfähig, eine Anfrage bei der KfW kann sich lohnen.

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